Sydney Pelvic Floor Health

Bildoptimierung

Bildprobleme?

In diesem Kapitel werde ich mich mit der Bildoptimierung fuer den Beckenboden- Ultraschall befassen. Es gibt eine Anzahl von grundlegenden Fehlern, die anfaenglich vorkommen und leicht vermieden werden koennen.  

Der erste Schritt in der Vorbereitung eines Beckenboden- Ultraschalls ist es, den Schallkopf mit Gel und einer Schutzhuelle vorzubereiten. Wir verwenden Kondome oder nichtsterile Handschuhe. Beschichtete oder gepuderte Handschuhe verursachen Reverberationen, wie in Abb. 1 deutlich zu sehen. Bei der Verwendung von Kondomen sollte man darauf achten, dass das Reservoir nach lateral gezogen wird. Manche Handschuh- Beschichtung loest sich in Ultraschallgel, was durch das langsame Verschwinden von Reverberationen sichtbar ist. Luftblasen zwischen Schutzhuelle und Sonde kommen haeufig vor, insbesondere, wenn man nicht gewissenhaft genug ist, die gesamte Sonde mit Gel zu becdecken (Abb. 2). Dies macht einen Austausch der Schutzhuelle und die Applikation einer kontinuierlichen duennen Schicht Gel auf der Sonde noetig.  

Sobald die Sonde in der Mittellinie zwischen Symphyse und Perineum platziert ist, sollte man links oben die Symphyse und unmittelbar rechts davon den dunklen (‘hypoechogenen’) Streifen der Urethra erkennen. Falls das nicht der Fall ist, hat man die Sonde wahrscheinlich verkehrt herum aufgesetzt (Abbildung 3) und sollte sie um 180 Grad rotieren.  

Der naechste Schritt ist die optimale Platzierung der Sonde. Anfaenger setzen den Schallkopf generell nicht fest genug auf, was sowohl Aufloesung als auch Echogenizitaet der Gewebe herabsetzt. Es kommt eigentlich nur bei Frauen mit starker urogenitaler Atrophie im Senium vor, dass das Aufsetzen des Schallkopfs Beschwerden verursacht. Die Distanz zwischen Sonde und Symphyse sollte nicht mehr als 1 cm betragen, um optimale Aufloesung sicherzustellen (Abb. 4). Wenn das Bildfeld dennoch zu dunkel bleibt, muss man Gain und ‘Time Gain Compensation’ hochregeln.  

Eine volle Blase und/ oder Enddarm kann ein falsch negatives Untersuchungsergebnis zur Folge haben, nicht zuletzt, weil hierdurch ein maximales Valsalva - Manoeuver weniger wahrscheinlich wird (siehe Video 1). In einem solchen Fall sollte die Untersuchung nach Blasen- und Darmentleerung wiederholt werden, und dies kann bei Blasenverhalt eine Katheterisierung, bei Stuhlverhalt die Anwendung von Laxantien notwendig machen.  

Von zentraler Bedeutung fuer die Vermeidung von falsch- negativen Untersuchungsergebnissen ist es, eine Levator- Koaktivation zu erkennen und durch Biofeedback zu minimieren oder ganz zu vermeiden (Video 2). Wiederholte Hustenstoesse koennen helfen, solch falsch- negative Resultate zu vermeiden. Falls sich eine Levator- Koaktivation nicht vermeiden laesst, ist es notwendig, die Untersuchung im Stehen zu wiederholen (siehe Kapitel ‘2D US Grundlagen’).  

Schliesslich sollten auch eine Reihe geraete-spezifischer Faktoren erwaehnt werden, die fuer eine verbesserte Gewebedarstellung sorgen koennen. Der Beckenboden- Ultraschall ist eine Nahfeld- Applikation, da wir eigentlich nur an den ersten 5-6 cm Eindringtiefe interessiert sind. Wir platzieren ueblicherweise 2 Fokuszonen in den ersten 5-6 cm und erhoehen dadurch die Schallkopffrequenz automatisch auf etwa 6 MHz. Die Verwendung von ‘harmonic imaging’ resultiert in hoeherer Signalfrequenz und daher Aufloesung (Abb. 5), und sowohl ‘speckle reduction’, SRI (Abb. 6) und ‘crossbeam imaging’ (Abb. 7) koennen eine bessere Diskriminierung zwischen verschiedenen Geweben erreichen helfen. Solche Optionen muessen von Geraet zu Geraet getestet werden.  

Video 1: Verbesserte Prolaps- Darstellung nach Blasenentleerung und Defaekation. Die Enterocele wird erst im zweiten Teil des Videos sichtbar.

Video 2: False- negative prolapse assessment due to levator coactivation. Repeated coughing demonstrates a cysto- and rectocele.

 

Abbildung 1: Ungeeignete Schutzhuelle fuer den Ultraschallkopf: Reverberations- Artefakt und Schallverlust links aufgrund gepuderter oder beschichteter Schutzhuelle.

Abbildung 2: Falsche Bildorientierung: die Symphyse gehoert auf die linke Bildseite.

Abbildung 3: Schlechte Bildqualitaet aufgrund zu hohen Abstands zwischen Sonde und Symphyse.

fig 4 img-op.jpg

Abbildung 4: Reverberations- Artefakt auf-grund von Luftblasen zwischen Schutzhuelle und Ultraschallsonde.

Abbildung 5: Verbesserte Gewebediskriminie- rung durch Verwendung von ‘harmonic imaging’.

Abbildung 6: Verbesserte Gewebediskriminie-rung durch Verwendung von ‘speckle reduction imaging’.

Abbildung 7: Falsch- negative Prolaps- Beurteilung aufgrund einer Levator- Koaktivation. Wiederholte Hustenstoesse demonstrieren Zysto- und Rectozele.